Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.“

– Henry Ford

Definition

Unter einer Due Diligence versteht man die sorgfältige Prüfung relevanter Sachverhalte im Rahmen eines Unternehmenskaufs. In der Regel handelt es sich um eine vom Käufer beauftragte Prüfung („buyside Due Diligence“). Eine Vendor Due Diligence oder ein Vendor Factbook kommen seltener vor. Die wichtigsten Due Diligence Arten sollen kurz erläutert werden.

Commercial Due Diligence (CDD)

Die Commercial Due Diligence analysiert im Rahmen einer Transaktion die kommerziellen Aspekte. Sie wird von Strategieberatungen durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Im Gegensatz zu den anderen Due Diligence Arten interessiert die Commercial Due Diligence vor allem die zukünftige Entwicklung des Zielunternehmens und seines Marktumfeldes. Auf Basis einer umfassenden und tiefgreifenden Detailanalyse des Markt- und Wettbewerbsumfeldes sowie des Kundenportfolios erfolgt die Validierung der Business Planung und insbesondere der getroffenen Planungsannahmen. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage, wie sicher und belastbar die gegenwärtigen Kundenbeziehungen sind und welche zukünftigen Wachstumspotenziale es mit Bestandskunden und Neukunden gibt. Das größte kundenseitige Risiko ist stets der Verlust eines wesentlichen Kundens nach der Transaktion. Eine der Kernaufgaben der Commercial Due Diligence ist es, Experteninterviews im Markt mit z.B. Zulieferern, Handelspartnern, Wettbewerbern und Kunden durchzuführen, um die Wahrnehmung und Positionierung des Zielunternehmens im Markt zu bestimmen. 

Manchmal werden statt Commercial Due Diligence auch die Begriffe Strategic Due Diligence, Customer Due Diligence oder Market Due Diligence verwendet. Der Begriff Commercial Due Diligence ist der gängigste.

Financial Due Diligence (FDD)

Die Financial Due Diligence wird in der Regel von Wirtschaftsprüfern bzw. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt. Ihre Ergebnisse haben einen wesentlichen Einfluss auf die Kaufpreisbestimmung. Die FDD analysiert die Finanz- und Ertragslage (insbesondere GuV, Bilanz, Cashflows) des Zielunternehmens im Detail. In der Praxis findet häufig eine enge Zusammenarbeit zwischen CDD- und FDD-Beratern statt.

Legal Due Diligence (Legal DD)

Die Legal Due Diligence wird von Rechtsanwälten bzw. Rechtsanwaltskanzleien durchgeführt. Im Zentrum der Legal DD steht die Analyse der bestehenden Verträge mit Mitarbeitern, Zulieferern und Kunden sowie die Klärung gesellschaftsrechtlicher Themen. Risiken aktueller Rechtsstreitigkeiten werden bestmöglich quantifiziert. Bestehende Schutzrechte, Markenrechte und Patente werden überprüft. Change of Control (CoC) Klauseln, unklare Eigentumsverhältnisse bzw. vertraglich vereinbarte Vorkaufsrechte können zum Deal Breaker werden.

Tax Due Diligence (Tax DD)

Die Tax Due Diligence wird von Steuerberatern bzw. Steuerkanzleien durchgeführt. Die Tax DD identifiziert steuerliche Risiken und hilft dabei, die steueroptimale Dealstruktur zu finden. Es werden laufende Steuerverfahren bewertet und das Risiko von Steuernachzahlungen bestimmt.